14.02.2025
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Luzern  | 
Medienmitteilung

Studie bestätigt: Luzern braucht eine aktive Wohnpolitik

Luzern braucht ein vielfältiges Wohnangebot, insbesondere grössere Familienwohnungen, dass die soziale Durchmischung fördert. Weiter fördern ‘15-Minuten-Quartiere’, verkehrsberuhigte und grüne Quartiere und eine nachhaltige Mobilität und mehr Lebensqualität die Attraktivität Luzerns für die Zukunft. Hoch ist allerdings der Druck auf die preisgünstigen Wohnungen. Hier muss Gegensteuer gegeben werden, damit es nicht zu Verdrängung kommt. Die Resultate der Wohnstudie von Wüest und Partner stützen die bisherigen wohnpolitischen Forderungen des MV und sind ein klarer Auftrag an die Politik, demgemäss zu handeln.

Wohnkrise wirkt sich auf die Stadt Luzern aus

Die Wohnkrise als Kombination hoher und steigender Mieten, hohen Heiz- und Nebenkosten und fehlender Wohnungen, beschäftigt die Menschen und steigt im Sorgenbarometer immer weiter hoch. Die Studie legt keinen Fokus auf diese Fragen, zeigt aber, wie der mangelnde Wohnraum und die problematische ‘Wohnungserschwinglichkeit’ gerade für Familien zum Problem wird und die Unter- und Überbelegung von Wohnraum verschärft. Der preisgünstige Wohnraum ist davon besonders betroffen.

Mehr Wohnungen mit Genossenschaften

Die Studie bezeichnet auch, wie und wo zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden kann. Wenig überraschend liegen die grössten Entwicklungspotentiale dort, wo gemäss städtischer Wohnraumpolitik in den nächsten Jahren Projekte gemeinnütziger Wohnbauträger geplant sind. So etwa in Littau-Dorf oder Matt. Alleine auf dem Areal Längweiher/Udelboden sind bis zu 600 Wohnungen vorgesehen. Was hier fehlt, ist das Tempo. Wie der MV bereits anlässlich des Controllingberichts zur Luzerner Wohnpolitik kritisiert hat, fehlte in den letzten Jahre beim Stadtrat die Verbindlichkeit zu den Zielen der 2012 angenommenen Initiative ‘Für zahlbaren Wohnraum’.

Der Verdrängung entgegenwirken

Interessant an der Studie ist insbesondere, weil auch die Bedürfnisse der Haushalte beleuchtet werden. Für die Attraktivität Luzerns sind die Anbindung an den öffentlichen Verkehr und nahe Einkaufsmöglichkeiten wichtiger als der Steuerfuss oder die Erreichbarkeit mit dem Auto. Bei den Wohnungen stehen der Komfort und Mietzins in der Wichtigkeit weit vor der Anzahl Parkplätze und der Anzahl Badezimmer (besonders bei den mittleren und tieferen Einkommen).

Das Stadtzentrum ist auch von der Umgebung her besonders attraktiv, ganz im Sinne der ’15-Minuten-Quartiere’. Da im Zentrum aber auch viel preisgünstiger Wohnraum besteht, droht hier die Verdrängung. «Aufgabe des Stadtrats ist, den bestehenden preisgünstigen Wohnraum zu schützen, damit es nicht zur Verdrängung der jetzigen Bewohnerinnen und Bewohner kommt.» So Daniel Gähwiler, Co-Geschäftsleiter des MV Luzern. «Die Studie zeigt, dass dies auf finanziell wichtig ist. Der höchste Steuerertrag pro Quadratmeter Wohnfläche erzielt die Stadt bei Familien in Mietwohnungen.»