10.06.2022
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Luzern  | 
Abstimmungen

Klima- und Energiestrategie: Ja-Kampagne lanciert

Die richtige Antwort auf die Klimakrise: MV, Casafair, SP, Grüne, VCS, WWF, JUSO und Junge Grüne setzen sich für ein Ja zur Klima- und Energiestrategie in der Stadt Luzern ein und haben am Freitag die gemeinsame Abstimmungskampagne für die städtische Klima- und Energiestrategie lanciert. Für das Komitee “Klimaschutz. Jetzt!” ist die Vorlage des Grossen Stadtrates, welche im September zur Abstimmung kommt, die richtige Wahl, da sie sowohl sozial, wirksam und konsequent ist.

Mehr Tempo beim Klimaschutz

Jörg Häfliger, Präsident WWF Luzern, betont an der Medienkonferenz von Freitagvormittag die Dringlichkeit, rasch Emissionen zu senken, um die schlimmsten Auswirkungen der Klimakrise noch abwenden zu können: “Wir brauchen mehr Tempo beim Klimaschutz. Bis 2030 müssen die weltweiten Emissionen um 43% gegenüber heute sinken. Die Stadt Luzern liegt mit ihrer Klima- und Energie-Strategie im Bereich dieser wissenschaftlich fundierten Forderungen.” Die vorgesehenen Massnahmen aus der Klimastrategie seien zwar noch nicht ausreichend aber der erste richtige Schritt für die nächsten drei bis vier Jahre. Jörg Häfliger bilanziert für den WWF: “Darum unterstützen wir die Strategie von Stadtrat und der Mehrheit des Stadtparlaments.”

Auch für die Jungen Grünen ist die Vorlage nur ein Zwischenschritt - sie wünschen sich weitergehende Massnahmen in der Klimastrategie mit dem Ziel Netto Null bis 2030. Grossstadtrat Jona Studhalter begründet die Unterstützung der Jungpartei für die Variante des Grossen Stadtrates aber mit der Notwendigkeit, zumindest etwas vorwärts zu kommen: “Die Bekämpfung der Klimakrise hat oberste Priorität. Wir können uns keinen Aufschub leisten."

Schutz der Mieter:innen

Nadja Burri, Co-Geschäftsleiterin des Mieterinnen- und Mieterverbandes Luzern sagt: “Der Mieterinnen- und Mieterverband Luzern setzt sich für einen konsequenten Klimaschutz ein, um Wohn- und Lebensqualität auch für die nächsten Generationen zu ermöglichen.” Dabei dürfe Klimaschutz und die soziale Frage nicht gegeneinander ausgespielt werden: “Wir fordern, dass Klimastrategien immer auch Sozialziele beinhalten”, sagt Nadja Burri.

Konkret ist mit der Vorlage des Grossen Stadtrates sichergestellt, dass missbräuchliche Leerkündigungen verhindert werden und Eigentümer*innen nach einer Leerkündigung nicht noch mit öffentlichen Fördergeldern belohnt würden. Das ist entscheidend, sagt Mario Stübi, Grossstadtrat und Präsident des Mieterinnen- und Mieterverbandes Luzern: “Damit bleibt bezahlbarer Wohnraum in Luzern bestehen und massive Mietzinserhöhungen werden verhindert.”

Klimaschutz - auch beim Verkehr

VCS-Vorstandsmitglied Marta Lehmann unterstreicht: “Wer den Klimaschutz ernst nimmt und wirklich etwas bewirken will, muss den Fokus ganz klar auf den Verkehr setzen.” Ein reiner Ersatz von Verbrennermotoren ist dabei nicht ausreichend. Elektroautos sind in ihrer Gesamtbilanz nach wie vor sehr schädlich im Vergleich zu öV, Fuss- und Veloverkehr. “Deshalb braucht es unbedingt die konsequenten Ziele für den Verkehr in der städtischen Klimastrategie - und folglich die Vorlage des Grossstadtrates”, sagt Marta Lehmann.

Christa Wenger, Co-Präsidentin GRÜNE Stadt Luzern, fasst die Haltung des Komitees zusammen: “Die Vorlage des Grossen Stadtrates ist sozial, weil sie Mieterinnen und Mieter vor Leerkündigungen unter dem Deckmantel energetischer Sanierungen schützt. Sie ist wirksam, weil insbesondere der Ersatz von fossilen Heizungen und der Ausbau der Solarenergie massiv beschleunigt werden und zudem auch Massnahmen im Bereich Mobilität enthalten sind. Und sie ist konsequent, weil die Massnahmen und Ziele im Klimaschutz zeitnah erfolgen.” Diese Kernaussagen sind entsprechend auch im Abstimmungsplakat des Komitees repräsentiert.